Sensomotorisch oder propriozeptorisch? Häufige Fragen und Antworten zu Einlagen!

Von Magnus Fischer

Was sind eigentlich die Unterschiede von sensomotorischen und propriozeptorischen Einlagen? Im Dienste der Verständlichkeit: Ich will in folgendem Blogbeitrag das Thema anhand von Fragen und Antworten näher beleuchten.

Vor der Einlage kommt die Bewegungsanalyse?

Da jeder Mensch und jeder Fuß anders ist, gehen wir jeder Beschwerde individuell auf den Grund. Ob präventiv oder als Therapie – die Basis ist eine Balance 4 D-Analyse, die mit 4 D-Rückenscan und Fußdruckmessung die Körperhaltung detailliert ermittelt und auswertet.

Da die Belastungen bei jedem Menschen individuell und von mehreren Faktoren abhängig sind, bleiben Versorgungen mit Einlagen „von der Stange“ bestenfalls zufällig. Um eine Einlage herzustellen, arbeiten wir zudem eng mit Fachärzten und Physiotherapeuten zusammen.

„Sensomotorisch“ scheint das neue Zauberwort zu sein, wenn es um Sohlen und Einlagen geht?

Sensomotorisch im klassischen Sinne waren Einlagen schon immer. Denn es bedeutet letztlich nichts anderes, als dass ich die Sensoren eines Körpers, die für die Steuerung und Kontrolle von Bewegungen verantwortlich sind, beeinflusse.

In der Muskulatur der Fußsohle befindet sich eine Vielzahl von Sensoren, die auf Zug oder Druck reagieren. Nur nebenbei: Wir sprechen hier nicht von Reflexzonen und die automatische Steuerung über das Rückenmark, sondern von ganz bewussten Impulsen auf Muskelsensoren. Wenn diese 30.000mal und häufiger kontinuierlich ausgeführt werden, dann lernen der Muskel und damit der Körper gewissermaßen dazu.

Was sind sensomotorischen Einlagen?

Sensomotorische Einlagen setzen wir ein bei beispielsweise Knick- oder Senkfuß oder Achsabweichungen in den Fuß- oder Kniegelenken. Mit dieser Art der Einlage erreichen wir eine Korrektur am Fuß, indem wir das Fußgewölbe irritieren. Weil es ungewohnt und unangenehm ist, wird der Patient versuchen, das Fußgewölbe oben zu behalten – und es dann dauerhaft auch so machen.

Diese Einlagen mit deutlichen, härteren Wölbungen fertigen wir selbstverständlich immer individuell an, jeweils angepasst auf die jeweilige Fehlstellung. Das eine mal höher und mehr rechts, das andere Mal niedriger und mehr mitte-links – keine Einlage ist wie die andere, genauso, wie kein Mensch wie der andere ist.

Und was hat es mit der propriozeptorischen Einlage auf sich?

Die Antwort liegt in den Fußsohlen. Denn dort überprüfen und beeinflussen sogenannte Propriozeptoren die Bewegungen und muskuläre Balance (=Propriozeption). Mit eigens angefertigten, individuell abgestimmten Spezialsohlen werden diese Nervenzellen entsprechend stimuliert – die propriozeptiven Eigenreflexe korrigieren dauerhaft und ganzheitlich die Körperhaltung.

Im Ergebnis werden dünne Plättchen an genau definierten Punkten unter der Fußsohle platziert. Der so ausgelöste Reflex kann Muskelspannungen im ganzen Körper verändern und funktionelle Fehlhaltungen korrigieren. Diese Methode ist auch als vabene-Therapie bekannt.

Oder kurz gesagt: Da der Körper von den Füßen getragen wird, sind sie unsere Ausgangspunkte für die Korrektur einer fehlerhaften Körperhaltung.

Neue Einlagen, das war´s?

Keineswegs, denn Fehlhaltungen und daraus resultierende Beschwerden sind ja keine Sache, die mit einem Knopfdruck ausgeschaltet werden. Vielmehr betreuen wir auch nach der Einlagenversorgung unsere Patienten bzw. Kunden. Nur so können wir auf Veränderungen in der Fußmuskulatur reagieren und auf Bedarf die Einlagen nachjustieren. So darf man sich sicher sein, dass der Erfolg nicht nur schnell, sondern auch dauerhaft ist.

6 Gedanken zu „Sensomotorisch oder propriozeptorisch? Häufige Fragen und Antworten zu Einlagen!“

    1. Liebe(r) silviane33,
      vielen Dank für Ihre Frage. Wir stellen diese Art von Einlagen nicht her, da es sich hier um ein Baukastensystem handelt, das u.a. nicht auf die individuelle Fuß-Form eingeht. Beste Grüße, Magnus Fischer

  1. Seit meiner Kindheit trage ich auf Geheiß meine Mutter orthopädische Schuheinlagen, doch leider sind die Probleme nicht behoben worden. Daher finde ich es gut, dass Sie am Ende noch einmal darauf hinweisen, dass es nicht reicht nur die Einlagen zu tragen. Vielmehr sollten die Einlagen regelmäßig kontrolliert und an die neuen Bedürfnisse angepasst werden, sowie gegebenenfalls noch mit Physiotherapie unterstützt werden.

    1. Liebe Frau Diemer,
      Ihr Kommentar fasst genau die Kernpunkte zusammen. Vielen Dank dafür. Aktiv verbessern kann man nur, wenn alles ineinander greift. Sobald man einen der Kernaktivitäten weglässt, funktioniert das Ganze nicht mehr. Eine weit verbreitete Frage ist immer: Wann brauche ich dann mal keine Einlagen mehr? Der Körper befindet sich in einem Prozess von Änderungen und Anpassungen an die Alltagsgegebenheiten, sodass Einlagen mal wegbleiben können, die Physiotherapie mal weg kann, aber: es kann der Alltag immer wieder fordern, dass beides erneut notwendig wird. Beste Grüße, Magnus Fischer

  2. Da mein Sohn bereits seit Anfang der Neunziger Einlagen trägt kannte ich die Bewegungsanalyse noch nicht von Anfang an. Als wir in seinem Teeniealter umzogen, hat der neue behandelnde Orthopäde erst einmal eine 4D-Analyse veranlasst und ausgewertet. So hat sich herausgestellt, dass es eine Kombination aus Einlage und Fußtraining gibt, die ihm seitdem immens weitergeholfen hat!

    1. Sehr geehrter Herr Rangsacker,
      mit den Ganganalysen beschäftigen wir uns bereits seit 1986. Die 4D-Analyse ist für uns im Moment die „Highend“-Technik. Mit Hilfe dieser Analysemethode haben wir schon Ursachen für Beschwerden und Fehlbelastungen gefunden, die wir mit herkömmlichen Verfahren nicht so schnell und exakt ermittelt hätten. Und das Beste: Arzt, Physio, Trainer und Orthopädieschuhtechniker können die Ergebnisse verwerten! Herzliche Grüße, Magnus Fischer

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