Mit einem Federboden gegen Faszien-Verklebungen

Von Karl Müller, kybun AG*

Der zivilisierte Mensch leidet nach einhelliger Auffassung unter Bewegungsmangel. Mehr Bewegung scheint das Mittel dagegen zu sein, aber: Ist das die ganze Wahrheit?

Tatsache ist, dass Muskeln bereits nach wenigen Tagen ohne Bewegung erschlaffen und gerade ältere Menschen (aber nicht nur die) wissen, wie mühsam es sein kann, nach kurzer Zeit Sitzen aufzustehen oder am Morgen aus dem Bett zu kommen.

Bewegung allein genügt jedoch nicht, es kommt vor allem auf das WIE an. Denn: Selbst Sportler bewegen viele wichtige Muskeln fast gar nicht. Betrachten wir hier zuallererst den Fuß: Er und mit ihm der ganze Körper sind generell so konzipiert, sich barfuß auf Naturboden zu bewegen.

Dafür gibt es zwei Schichten von Muskeln – die oberflächlichen, großen für z.B. zügiges Gehen mit langen Schritten, und die kleinen, tiefliegenden Muskeln um den Körper auszubalancieren, die Wirbelsäule aufrecht zu halten und die Gelenke zu stabilisieren.

Wichtig: Beim Gehen auf flachen Böden werden im Wesentlichen nur die großen Muskeln bewegt. Die kleinen Muskeln bleiben mehrheitlich inaktiv. Wie bei der Nahrung bzw. der Auswahl von Lebensmitteln gilt also auch bei der Bewegung, dass es weniger auf die Quantität als vielmehr auf die Qualität ankommt. Wenn Rücken, Gelenke und der ganze Bewegungsapparat langfristig schmerzfrei bleiben sollen, müssen alle Muskeln im Alltag ausbalanciert sein und ständig im natürlichen Verhältnis zueinander trainiert werden.

Wer nicht täglich längere Zeit barfuß im Sand geht, seiltanzt oder spezielle Balancier- und Dehnungsübungen absolviert, wird unbeweglicher. Der Grund sind Muskelysbalancen, die Verspannungen und Blockaden, Schonhaltungen und sogenannte „Faszien-Verklebungen“ hervorrufen, die den Bewegungsumfang der Gelenke verkleinern.

Beweglichkeit – Faszien spielen eine Schlüsselrolle

Erst in den letzten Jahren hat die Wissenschaft erkannt, dass Faszien-Verklebungen die Hauptursache für fast alle Schmerzen am Bewegungsapparat sind. Faszien (als feine, milchig-farbigen Silberhäutchen z.B. beim Aufschneiden eines Steaks gut zu erkennen) umhüllen jede einzelne Muskelfaser, jeden Knochen, jede Hautschicht und jedes einzelne Organ. Das Faszien-Netz ist ein zusammenhängendes „Organ“, das den Körper Zwiebelschalen-artig zusammenhält – und im Idealfall dafür sorgt, dass der Körper trotz klar definierter Form elastisch bleibt.

Wenn jemand unbeweglich ist oder sogar gebückt bzw. hinkend unter Schmerzen geht, ist dies ein klares Zeichen, dass zahlreiche Faszien an Füßen, Unter- und Oberschenkeln, Gesäß und Rücken verklebt sind.

Solange der Körper gesund ist, gleiten die Faszien perfekt gegeneinander. Wenn ein Muskel sich aber eine gewisse Zeit lang nicht mehr bewegt, meint der Körper, der stillgelegte Muskel sei verletzt. Er beginnt, die Faszien-Schichten miteinander zu verkleben. Der entsprechende Muskel wird gewissermaßen „in ein Korsett gelegt“, bewegt sich noch weniger und nimmt an Kraft und Koordinationsfähigkeit ab. Um die Faszien-Verklebungen wieder zu lösen, sind mühsame Dehnungs- und Bewegungsübungen nötig.

Die einseitigen und schlagartigen Muskelbelastungen des Zivilisationsmenschen in stützenden Schuhen auf flachen, harten Alltagsböden fördert Muskeldysbalancen und in der Folge Verspannungen, Blockaden, Schonhaltungen, Gelenksüberlastungen und Arthrose. Die Folge sind Schmerzen, die große Bewegungen nicht mehr zulassen, so dass die Haltung immer gebückter und die Schritte immer kleiner sowie unsicherer werden.

Denselben schwerwiegenden Einfluss haben die Faszien-Verklebungen. Da die Bewegungen der kleinen Fuß-, Schienbein-, Hamstrings- und Bauch-Rückenmuskeln durch das Gehen auf flachen Alltagsböden in stützenden Schuhen gehemmt oder sogar blockiert werden, meint der Körper, sie seien verletzt und lässt sie verkleben. Übrigens ganz im Gegensatz zum Barfußgehen auf weich-elastischem Naturboden!

Mangel an Bewegung der kleinen Balanciermuskeln, Muskeldysbalancen, Faszien-Verklebungen, Verspannungen, Blockaden, Schonhaltungen, Überlastungen, Arthrose, Schmerzen beim Gehen, Sitzen und Liegen – es ist nicht einfach, aus diesem Teufelskreis herauszukommen.

Wie aber werden Faszien-Verklebungen gelöst, wie verhindert man Verklebungen? Federnde und balancierende Bewegungen im Alltag, durch die die kleinen, tiefliegenden Muskeln aktiviert und gedehnt werden, sind ein Mittel. Bei schwerwiegenderen Defiziten helfen manuelle Therapien wir Rolfing, Osteopathie, Bindegewebsmassage und ganz speziell Faszien-Taping.

Permanentes Training auf dem „kyBounder“

Wer auch im Alter möglichst beweglich und schmerzfrei bleiben will, muss wissen: Nicht viel Bewegung hilft, sondern nur die richtige, das heißt natürliche Bewegung. Das beginnt damit, sich regelmäßig zu dehnen, so wenig und kurz wie möglich zu sitzen (eine stehende Alternative gibt es fast immer!), für möglichst natürliches Gehen u.a. barfuß auf Naturboden zu sorgen und häufig auf weich-elastischen Materialien zu stehen.

Bestmögliche Unterstützung im Kampf gegen Faszien-Verklebungen bietet zudem eine völlig neue Produktentwicklung. Dank dem weich-elastischen Federboden „kyBounder“ wird es u. a. möglich, am Arbeitsplatz aufzustehen und sich während dem aufrecht bewegten Arbeiten ständig balancierend zu bewegen und den gesamten kleinen Muskelapparat Minute für Minute zu stimulieren und zu trainieren.

Der „kyBounder“ macht aus einem normalen Büro auf einfachste Art ein technologisch hochmodernes Gesundheit- und Fitnesszentrum – und das, ohne für Übungen separate Zeit aufzuwenden. Während der Arbeit werden gleichzeitig und automatisch die Haltung trainiert, Verspannungen gelöst, Gelenke gestärkt, Rückenschmerzen vorgebeugt, Venen aktiviert und laut wissenschaftlichen Studien nicht zuletzt auch das Immunsystem gegen Erkältungskrankheiten gestärkt.

Die Rezeptoren an den Fußsohlen sanft stimulieren, darauf richtet schließlich auch „kyBoot“ ein Augenmerk. Die Schuhweltneuheit ermöglicht das natürliche Gehen auch auf hartem Alltagsboden – dafür sorgen die „walk on air“-Sohle mit weichen, elastischen Luftpolster und modernster Fuß-Sensortechnologie.

*Karl Müller, geboren 1952 im Schweizerischen Roggwill TG, ist der Erfinder der Masai Barefoot Technology (MBT). Auf die Idee der von ihm entwickelten MBT-Schuhe kam er während eines langjährigen Koreaaufenthalts – die „abrollende Sohle“, die den Schuhmarkt revolutionierte, hat ihr natürliches Vorbild im weich-elastischen Lehmboden der Reisfelder. 2006 trennt sich Müller von MBT und gründet die kybun AG wo er mit dem kybun-Bewegungskonzept weitere wegweisende Entwicklungen vorantreibt. Laut SonntagsZeitung ist Karl Müller einer der innovativsten Unternehmer der Schweiz.

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